Was kostet eine Photovoltaikanlage, woraus setzt sich der Preis zusammen, und wann hat sie sich bezahlt gemacht? Dieser Beitrag beantwortet das mit Zahlen, die Sie nachrechnen können. Alle Werte gelten für Südbaden, Stand 2026.
Das Wichtigste in Kürze
Schlüsselfertig mit Speicher kostet eine Anlage je nach Größe rund 1.900 bis 2.700 Euro je Kilowatt Peak, ohne Speicher 1.200 bis 1.600 Euro.
Selbst erzeugter Strom kostet 5 bis 14 Cent, Netzstrom 35 bis 45 Cent.
Laufende Kosten für Wartung und Versicherung liegen bei 300 bis 400 Euro im Jahr.
Die Anlage hat sich nach 9 bis 13 Jahren bezahlt gemacht, mit Speicher nach 12 bis 16 Jahren.
Auf Anlagen bis 30 kWp für Wohngebäude fällt keine Mehrwertsteuer an.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Eine Photovoltaikanlage ist kein einzelnes Produkt, sondern ein Bündel aus Bauteilen und Arbeitszeit. Als grobe Orientierung verteilen sich die Kosten so:
| Position | Anteil | Größenordnung |
| Solarmodule | ca. 30 % | 80 bis 130 € je Modul |
| Batteriespeicher | ca. 25 bis 30 % | 400 bis 800 € je kWh |
| Montage und Elektroinstallation | ca. 20 % | 2.500 bis 3.500 € |
| Wechselrichter | ca. 10 bis 15 % | 1.500 bis 4.000 € |
| Montagesystem | ca. 5 bis 10 % | 500 bis 1.500 € |
Der Speicher ist damit nach den Modulen der größte Posten. Deshalb ist die Frage, ob und wie groß, die wichtigste Weichenstellung im ganzen Angebot.
Was eine Anlage konkret kostet
Die folgenden Werte gelten für schlüsselfertige Anlagen mit Speicher, inklusive Material, Planung, Lieferung, Montage, Netzanschluss und Inbetriebnahme.
| Leistung | Speicher | Ertrag pro Jahr | Kosten (€) | € je kWp |
| 5 kWp | 4 bis 6 kWh | ca. 5.500 kWh | 11.500 – 13.500 | 2.300 – 2.700 |
| 6,5 kWp | 5 bis 7 kWh | ca. 7.150 kWh | 14.200 – 16.200 | 2.185 – 2.490 |
| 8 kWp | 6 bis 8 kWh | ca. 8.800 kWh | 16.500 – 18.500 | 2.060 – 2.310 |
| 10 kWp | 8 bis 10 kWh | ca. 11.000 kWh | 19.500 – 22.000 | 1.950 – 2.200 |
| 12 kWp | 10 bis 12 kWh | ca. 13.200 kWh | 22.800 – 25.500 | 1.900 – 2.125 |
An der letzten Spalte sehen Sie den wichtigsten Zusammenhang: Je größer die Anlage, desto günstiger wird jedes einzelne Kilowatt Peak. Planung, Gerüst, Anfahrt und Netzanschluss fallen nur einmal an, egal ob 5 oder 12 kWp auf dem Dach liegen. Deshalb lohnt es sich fast immer, das Dach voll zu belegen.
Ertragswerte gerechnet mit 1.100 kWh je kWp für Südbaden. Die tatsächlichen Kosten können je nach Objekt abweichen, insbesondere durch Mehrkosten für Zählerschrank, Potenzialausgleich, Gerüst oder Baustellenabsicherung.
Was der eigene Strom kostet
Über die Lebensdauer gerechnet kostet eine selbst erzeugte Kilowattstunde je nach Anlagengröße etwa 5 bis 14 Cent, mit Speicher entsprechend mehr. Aus dem Netz zahlen Sie derzeit 35 bis 45 Cent. Diese Spanne ist der ganze Grund, warum sich Photovoltaik rechnet.
Für Strom, den Sie nicht selbst verbrauchen, gibt es die Einspeisevergütung. Anlagen bis 10 kWp, die zwischen dem 1. August 2026 und dem 31. Januar 2027 in Betrieb gehen, bekommen 7,70 Cent je Kilowattstunde bei Überschusseinspeisung und 12,22 Cent bei Volleinspeisung, jeweils 20 Jahre garantiert.
Wann sich die Anlage bezahlt macht
Rechnen wir es an einem Beispiel durch, damit Sie es nachvollziehen können. Angenommen, ein Haushalt verbraucht 4.500 Kilowattstunden im Jahr und baut eine 10-kWp-Anlage mit 10 kWh Speicher.
Ertrag: 10 kWp mal 1.100 kWh = 11.000 kWh im Jahr.
Selbst genutzt: bei 70 Prozent Autarkie rund 3.150 kWh, eingespart zu 40 Cent = 1.260 €.
Eingespeist: die übrigen rund 7.850 kWh zu 7,70 Cent = 605 €.
Vorteil im Jahr: rund 1.865 €, abzüglich 300 € laufender Kosten bleiben etwa 1.565 €.
Amortisation: bei rund 20.750 € Anschaffungskosten also gut 13 Jahre.
Danach läuft die Anlage noch über ein Jahrzehnt weiter, denn Module halten in der Regel über 25 Jahre. Ohne Speicher ist die Anlage günstiger und damit schneller bezahlt, meist nach 9 bis 13 Jahren, dafür bleibt die Autarkie bei 25 bis 35 Prozent statt bei 60 bis 80.
Steigt der Strompreis, verkürzt sich die Amortisation. Sinkt er, verlängert sie sich. Wer Ihnen eine Amortisation auf zwei Nachkommastellen genau ausrechnet, tut so, als wüsste er den Strompreis des Jahres 2038.
Laufende Kosten
Für Wartung, Prüfung und Versicherung rechnen Sie bei einem Einfamilienhaus mit 300 bis 400 Euro im Jahr. Die reine Wartung liegt dabei meist zwischen 150 und 250 Euro, bei größeren und gewerblichen Anlagen bei 7 bis 12 Euro je kWp.
Eine Wartungspflicht gibt es für private Anlagen nicht. Sinnvoll ist eine Prüfung alle ein bis zwei Jahre, dazu die laufende Ertragskontrolle. Manche Versicherer verlangen einen Wartungsnachweis, und auch für Garantieansprüche kann er wichtig werden.
Module müssen in der Regel nicht gereinigt werden. Ab etwa 20 Grad Dachneigung übernimmt das der Regen.
Förderung und Finanzierung
- Keine Mehrwertsteuer auf Lieferung und Installation von Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden, seit 2023 und unbefristet.
- KfW-Programm 270. Finanziert bis zu 100 Prozent der Kosten inklusive Speicher, effektiver Jahreszins ab rund 3,8 Prozent je nach Bonität, Laufzeiten bis 30 Jahre mit tilgungsfreien Anlaufjahren.
- L-Bank Baden-Württemberg. Zinsgünstiges Darlehen „Wohnen mit Zukunft: Photovoltaik“, bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit, Antrag über Ihre Hausbank.
- Kommunale Zuschüsse. Ein landesweites Zuschussprogramm gibt es in Baden-Württemberg derzeit nicht, einzelne Gemeinden fördern aber. Freiburg zahlt über „Klimafreundlich wohnen“ 150 Euro je kWp, maximal 1.500 Euro.
Was an Ihrer Adresse gilt, prüfen wir vor jedem Angebot. Steuerlich sind die Einnahmen kleiner Anlagen auf Wohngebäuden einkommensteuerfrei. Wie sich das in Ihrem Fall auswirkt, klären Sie bitte mit Ihrem Steuerberater.
Photovoltaik und die Energiewende
2025 stammten rund 59 Prozent des deutschen Stroms aus erneuerbaren Quellen, auf die Photovoltaik entfielen 16,8 Prozent der Nettostromerzeugung. Im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits 19,3 Prozent. Insgesamt sind rund 117 Gigawatt installiert, verteilt auf etwa 5,7 Millionen Anlagen.
Das Ziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes liegt bei 80 Prozent erneuerbarem Strom bis 2030, für die Photovoltaik sind 215 Gigawatt vorgesehen. Gut die Hälfte davon steht.
Fazit
Die Rechnung ist am Ende einfach. Sie investieren einmal rund 1.900 bis 2.700 Euro je Kilowatt Peak und erzeugen danach zwanzig Jahre und länger Strom für 5 bis 14 Cent, den Sie sonst für 35 bis 45 Cent kaufen müssten.
Entscheidend ist nicht der Endbetrag im Angebot, sondern was dafür verbaut wird. Fragen Sie nach Fabrikat und Typ von Modulen, Wechselrichter und Speicher, und nach den Garantiezeiten. Zwei Angebote mit demselben Preis können zwölf Jahre auseinanderliegen, was die Absicherung angeht.
Sprechen Sie uns an, wir rechnen Ihnen Ihren Fall gerne konkret durch, ehrlich und ohne Verkaufsdruck.
Häufige Fragen
Was kostet eine Photovoltaikanlage?
Schlüsselfertig mit Speicher rund 1.900 bis 2.700 Euro je Kilowatt Peak. Eine 8-kWp-Anlage mit Speicher liegt damit bei etwa 16.500 bis 18.500 Euro, eine 10-kWp-Anlage bei 19.500 bis 22.000 Euro.
Wie berechne ich die Amortisationszeit?
Sie teilen die Anschaffungskosten durch den jährlichen Vorteil. Der Vorteil besteht aus dem eingesparten Netzstrom plus der Einspeisevergütung, abzüglich der laufenden Kosten. Im Beispiel oben sind das gut 13 Jahre.
Welche Förderung gibt es?
Den Wegfall der Mehrwertsteuer bis 30 kWp, die Einspeisevergütung nach dem EEG, zinsgünstige Kredite über KfW und L-Bank sowie wechselnde kommunale Zuschüsse.
Wie hoch sind die Wartungskosten?
Bei einem Einfamilienhaus 150 bis 250 Euro im Jahr für die Wartung, mit Versicherung insgesamt 300 bis 400 Euro. Bei gewerblichen Anlagen rechnet man mit 7 bis 12 Euro je kWp.
Lohnt sich ein Speicher?
Er verlängert die Amortisation, erhöht aber die Autarkie von 25 bis 35 Prozent auf 60 bis 80 Prozent. Wer möglichst unabhängig sein will, nimmt ihn. Wer die schnellste Rendite will, verzichtet darauf oder rüstet später nach. In beiden Fällen sollte gleich ein Hybrid-Wechselrichter verbaut werden.
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Herzlichst
Ihr Dirk Lorich

